Die Peloponnes? Es ist schwer zu sagen, wo man anfangen soll, wenn man diesen Ort beschreibt, der so reich an Mythologie und Geschichte ist! Die Halbinsel scheint nur knapp über dem Festland zu schweben, ihre Spitzen ragen ins Mittelmeer. Hier liegt die Stadt Argos, die als älteste Stadt Europas gilt und seit 5000 Jahren ununterbrochen bewohnt ist. Die Halbinsel war Schauplatz von Begegnungen zwischen Göttern und Menschen; hier wurde Agamemnon auf seiner Rückkehr vom Troja-Krieg ermordet, hier begann Herakles seine zwölf Aufgaben, hier wurden die Spartaner geboren, und hier, im großen, Zeus geweihten Heiligtum, von dem heute nur noch überwucherte Ruinen zeugen, nahmen die Wettkämpfe ihren Anfang, aus denen die Olympischen Spiele hervorgingen. Homer nannte diese Region „Ampeloessa“, was so viel wie „voller Weinreben“ bedeutet.
In diesem sagenumwobenen Land stehen heute noch kleine Dörfer mit engen Gassen, weißen Häusern mit roten Ziegeln und Märkten, die zu den schönsten Griechenlands zählen. Sie tragen die Spuren der byzantinischen Herrschaft, die Klöster und Konvente hinterließ, und der Venezianer, die hier lange regierten und peloponnesischen Wein nach London, Paris und Florenz exportierten. Um die bewohnten Gebiete herum erstrecken sich Zitronenhaine, ausgedehnte Olivenhaine und Weinberge durch die Täler und passieren dabei die steinigen Pfade und das steinige Gelände, auf dem Ziegenherden grasen. Der Boden besteht aus weißem Lehm. Die Landschaft ist zerklüftet, geprägt von Hochebenen, Tälern und Ebenen; sie ermöglicht die Existenz mehrerer unterschiedlicher Terroirs. Das Klima ist kontinental, weist aber auch verschiedene Mikroklimata auf.
Rund um Nemea, der Weinhauptstadt, die aufgrund ihrer unzähligen Hügel, von denen einige 2.000 Meter hoch sind, auch als „Klein-Toskana“ bekannt ist, werden seit über 3.000 Jahren Weinreben angebaut. Fast 300 Rebsorten gedeihen hier, 200 davon sind einheimisch, und einige sollen sogar bis ins antike Griechenland zurückreichen. Ob das stimmt oder nicht, ist nebensächlich: Hier trägt alles zum Mythos bei. Sicher ist jedoch, dass einige dieser Reben, die in Höhenlagen zwischen 300 und 800 Metern wachsen, Jahrhunderte alt sind. Die berühmteste ist die Agiorgitiko, die seit über 3.000 Jahren in diesem Terroir beheimatet ist und die Beinamen „Heiliger Georg“ oder „Blut des Herkules“ trägt, in Anlehnung an das Blut des Löwen, den der Held erlegte. Selbst die Trauben selbst sind von Legenden umwoben!
